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FAQ - Allgemeine Fragen

 


Warum musste das Reifeprüfungssystem geändert werden?

Es gibt hier eine Reihe von Gründen. Wichtige Punkte sind:

  • die Herstellung gleicher Anforderungen und Rahmenbedingungen für alle Maturantinnen und Maturanten im Sinne der Fairness
  • Sicherung bestimmter Grundstandards (Grundkompetenzen) im Sinne der Qualitätssicherung der gesamten Schulbildung
  • Vergleichbarkeit der Bildungsabschlüsse, auch im internationalen Vergleich
  • die Kompetenzorientierung im Sinne eines nachhaltigen Lernens

   

In welchen Gegenständen muss man an einer AHS maturieren?

Verbindlich vorgeschrieben sind die folgenden drei Klausurfächer:

  • Deutsch (bzw. die Unterrichtssprache)
  • eine lebende Fremdsprache (mindestens 10 Wochenstunden Unterricht in der Oberstufe) nach Wahl der Kandidatin/des Kandidaten: 8-jährig, 6-jährig, 4-jährig und 3-jährig
  • Mathematik

 

Für welche Fächer werden die Klausuraufgaben zentral entwickelt?

Die standardisierten Klausurfächer an AHS sind: Deutsch, die lebenden Fremdsprachen Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch, Mathematik, Latein und Griechisch.

 

Werden die Noten im selben Fach schriftlich und mündlich zusammengefasst?

Nein. Die einzelnen Prüfungen (Vorwissenschaftliche Arbeit, Klausuren, mündliche Teilprüfungen) werden unabhängig voneinander abgelegt und beurteilt.

 

Wie lange vor dem mündlichen Teil erfährt man, dass man beim schriftlichen Teil negativ abgeschnitten hat?

Das Ergebnis der schriftlichen Matura spielt nach den neuen Bestimmungen keine Rolle für die regulären mündlichen Prüfungen.

Wenn eine schriftliche Klausurarbeit mit „Nicht genügend“ beurteilt wurde, kann man sich zu einer mündlichen Kompensationsprüfung anmelden, die formal nicht zur mündlichen, sondern zur schriftlichen Matura gehört und die in den zentral geprüften Fächern ebenfalls mit zentralen Aufgabenstellungen durchgeführt wird. Die gesetzlichen Vorschriften lauten: Das Ergebnis der schriftlichen Prüfung muss mindestens eine Woche vor Beginn der mündlichen Kompensationsprüfungen mitgeteilt werden. Kandidatinnen und Kandidaten haben dann eine Frist von drei Tagen, um sich zur mündlichen Kompensationsprüfung anzumelden. Der Termin für die mündliche Kompensationsprüfung wird vom Bundesministerium für Bildung (BMB) österreichweit einheitlich festgesetzt. Zwischen der schriftlichen Klausur und der Kompensationsprüfung liegen mindestens 11 Tage.

 

Wer ist für die Beurteilungsregeln für die Matura, wer für die Beurteilungsregeln für Schularbeiten zuständig?

Das BMB entwickelt die standardisierten Prüfungsaufgaben für die (schriftlichen) Klausurfächer mit zentralen Aufgabenstellungen. Dabei muss sichergestellt sein, dass diese Prüfungsaufgaben und die verpflichtend zu befolgenden Beurteilungsanleitungen den Lehrplänen und der Leistungsbeurteilungsverordnung (LBVO) entsprechen. Neben dem Stand der Wissenschaft muss bei der Umsetzung also auch den gesetzlichen Rahmenbedingungen Rechnung getragen werden.

Für Schularbeiten gelten die Bestimmungen der Leistungsbeurteilungsverordnung und der Lehrplanverordnung. Wie auch bisher ist die Schulaufsicht für die Auslegung dieser Bestimmungen im jeweiligen Bundesland zuständig. Die Verantwortung für die Gestaltung und Beurteilung von Schularbeiten innerhalb der gesetzlichen Rahmenbedingungen liegt bei den Lehrerinnen und Lehrern.

 

Werden Lehrer/innen bei der Beurteilung der Zentralmatura beraten (Hotline)?

Die Lehrer/innen und Lehrer werden in die Beurteilungsmodelle im Rahmen von Fortbildungsveranstaltungen eingeschult und in der Korrekturphase am Maturatermin durch eine Hotline des BMB unterstützt. Die Hotline dient dazu, offene Fragen und Unklarheiten anzusprechen und Zweifelsfälle bei der Beurteilung zu klären.

 

Kann es sein, dass teilweise nur zwei Wochen zwischen schriftlicher und mündlicher Matura sind?

Im Schulunterrichtsgesetz steht, dass die schriftliche Matura frühestens 10 Wochen vor Schulschluss beginnen darf und dass zwischen dem Ende der schriftlichen und dem Beginn der mündlichen Matura mindestens zwei Wochen Zeit sein muss. Die schriftlichen Prüfungen dauern je nach Osterferien und Feiertagen bis Mitte Mai. Laut Gesetz dürfen daher Anfang Juni die mündlichen Prüfungen beginnen. Wann das an den einzelnen Schulen tatsächlich der Fall ist, entscheidet der Landesschulrat/der Stadtschulrat für Wien.

 

Da in manchen Bundesländern die Schule später beginnt, „verliert“ man eine Woche Unterrichtszeit in der Abschlussklasse. Gibt es dafür einen Ausgleich?

Eine einheitliche Ferienordnung und eine zentrale Prüfung würden sicher der gleichen Logik entsprechen, denn damit wäre auch das Schuljahr „standardisiert“. Unterschiedlich lange Schuljahre in der Abschlussklasse waren allerdings auch bisher quer durch alle Bundesländer die Regel. Eine mögliche Änderung wird deshalb nicht nur von pädagogischen Überlegungen, sondern auch von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wünschen und Erfordernissen abhängig sein.

 

Wo finde ich weiterführende Informationen zu den anderen standardisierten Klausurfächern?

Auf der Website https://www.srdp.at findest du umfangreiche Infos samt Übungs- und Anschauungsmaterialien zu allen Klausurfächern.

Solltest du eine Information nicht finden, stehen dir gerne auch die dort genannten Ansprechpartner/innen des BMB zur Verfügung!